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Backnanger Kreiszeitung

 

Stadt & Kreis 22.09.2017

 

81-Jähriger nach Unfall außer Lebensgefahr

 

Auf dem Zebrastreifen überfahren: Am Steuer des Wagens ein 83-Jähriger – Vorfall heizt Debatte über Autofahren im Alter an

 

Der 81-Jährige, der am Mittwochvormittag in der Annonaystraße überfahren wurde, ist inzwischen außer Lebensgefahr. Der Mann hatte schwere Verletzungen erlitten, als ihn beim Überqueren der Straße auf dem Zebrastreifen ein Kleintransporter ungebremst erfasste. Am Steuer des Wagens saß ein 83-Jähriger. Hätte der seinen Führerschein unter Umständen längst abgeben müssen?

 

Von Bianca Walf

 

BACKNANG. Mittwochvormittag in Backnang: Der Kreisverkehr in der Annonaystraße ist stark befahren. Viele wollen zum Einkaufen beim nahe gelegenen Discounter. So auch ein 81-jähriger Fußgänger. Beim Zebrastreifen vor der Feuerwehr will er die Straße überqueren. Er hat die Fahrbahnmitte bereits erreicht, als ein 83-Jähriger ihn ungebremst mit seinem Transporter überfährt. Der Mann wird mitgeschleift. Er erleidet schwere Verletzungen. Eine Nacht lang kämpft er um sein Leben. Mittlerweile hat sich sein Zustand im Krankenhaus stabilisiert.

 

Senioren sind überproportional häufig Unfallverursacher

 

Im Netz hat der Unfall indes Reaktionen zwischen Bestürzung und Ärger ausgelöst: „Oh, du meine Güte“, schreibt Facebook-Nutzerin Anja Sieber. „Schrecklich“, findet Stefanie Kaufmann. „Wundert mich, das so etwas nicht öfter passiert. Manche alte Leute sehen ja kaum die Straße“, so der verärgerte Kommentar von Michael Kovac. Die Frage, ob Menschen sich im hohen Alter noch ans Steuer setzen sollten, wird daraufhin kontrovers diskutiert. „Irgendwann ist es an der Zeit, den Führerschein abzugeben, um nicht sich und andere zu gefährden“, findet Vivian Vidackovic Duarte.

 

Mit dieser Einschätzung ist sie nicht allein. Die Verkehrsstatistik der Polizei belegt: Senioren sind mit einer Quote von 64,1 Prozent überproportional häufig als Verursacher an Verkehrsunfällen beteiligt. Im Rems-Murr-Kreis gab es allein im vergangenen Jahr 1025 entsprechende Fälle. „Es klingt hart, aber Fakt ist, dass die Leistungsfähigkeit und auch die Fähigkeit, seine Umgebung richtig wahrzunehmen und einzuschätzen, im Alter deutlich abnehmen“, erklärt Polizeisprecher Ronald Krötz. Hier helfe bisher nur die Selbstkontrolle. „Senioren sollten ehrlich und selbstkritisch mit sich umgehen“, so Krötz. Zwar verstehe er, dass das Thema Mobilität gerade für ältere Menschen wichtig ist, jedoch sollte der Erhalt der Selbstständigkeit nicht schwerer wiegen als die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer. Diesen Ansatz unterstützt auch der 73-jährige Manfred Wörner. Als Seniorenvertreter der Stadt Backnang organisiert er gemeinsam mit dem Kreisseniorenrat und dem ADAC regelmäßig Fahrsicherheitstrainings für ältere Autofahrer. Dabei wird die Reaktionsfähigkeit in Gefahrensituationen geprüft. „Ich mache das auch selbst mit, einfach, weil ich wissen will, was Sache ist. Dem sollte sich ab einem gewissen Alter jeder stellen.“ Zwar habe er bei den Verkehrsübungen einen Großteil der Teilnehmer im Alter zwischen 70 und 80 Jahren gut abschneiden sehen, aber man wisse eben nie: „Gefährlich wird es dann, wenn man sich nicht mit dem Thema auseinandersetzt“, so Wörner.

 

Er könne jedoch verstehen, warum so viele Senioren den Führerschein nicht missen wollen. „Gerade im ländlichen Raum ist es schwierig, sich ohne Auto selbst zu versorgen – beispielsweise mit Lebensmitteln.“ Hier könne eventuell ehrenamtliches Engagement einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten. „Wenn es beispielsweise mehr Fahrdienste gäbe oder man älteren Menschen aus der Nachbarschaft mal anbieten würde, vom Einkaufen etwas mitzubringen, wäre schon etwas gewonnen. Dann wären vielleicht mehr Leute bereit, den Führerschein freiwillig abzugeben.“

 

Aktuell entscheiden sich dafür aber noch die wenigsten. Im Laufe des Jahres haben nach Angaben des Landratsamts im Rems-Murr-Kreis gerade einmal 14 Bürger ihren Führerschein freiwillig abgegeben. Es handelte sich dabei um Senioren der Jahrgänge zwischen 1927 und 1940. In den Vorjahren waren es sogar noch weniger

 

Verleihung des Bürgerpreises Rems-Murr 2017

                                                                                                                                                                 Juli 2017

Bei der Verleihung des Bürgerpreises Rems-Murr 2017 steht auch der Kreisseniorenrat im Rampenlicht

Die „Initiative Gesundheit im Alter“ des Kreisseniorenrates Rems-Murr (KSR) ist ein Gewinner. Im Rahmen der Verleihung Bürgerpreis Rems-Murr in Waiblingen wurde der KSR in der Kategorie Alltagshelden zum ersten Preisträger gekürt. In seiner Laudatio würdigte Pfarrer Rainer Hinzen vor allem das jahrelange Engagement des Kreisseniorenrates im Gesundheitswesen.

 

„Der Kreisseniorenrat Rems-Murr e. V. engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 2001 unter anderem intensiv in dem Themengebiet ‚Gesundheit im Alter‘ “, so Pfarrer Hinzen. Dabei werde auch zukunftsorientiert gedacht und Themen wie die Telemedizin und moderne Assistenzsysteme aufgegriffen. Die Telemedizin ist ein Bestandteil von Altersassistenzsystemen, einer innovativen Versorgung von Senioren im Alltag. Solche Assistenzsysteme unterstützen im Alltag, indem sie beispielsweise durch sensorische Überwachung anzeigen, ob die Tabletten genommen wurden, ob der Herd noch an ist, wenn man das Haus verlässt, wenn man ungewöhnlich lange im Bett liegt – und vieles mehr.

 

Der Kreisseniorenrat war zudem bei der Planung des Neubaus der Klinik in Winnenden aktiv eingebunden. Den KSR-Vertretern war und ist es dabei sehr wichtig, dass ausreichend Betten für ältere Menschen und Räumlichkeiten zur Reha oder Ergotherapie vorhanden sind. Der Verein biete den Bürgern außerdem den Service von Wohnberatern an, die auf Unterstützungsmöglichkeiten im Kreis hinweisen. Rainer Hinzen betonte außerdem: „In jedem Landkreis gibt es einen Kreispflegeplan, mit dessen Hilfe versucht wird, dass genügend Heimplätze in Pflegeheimen der Region zur Verfügung stehen. An der Erstellung dieses Plans war der Kreisseniorenrat aktiv beteiligt.“

 

Der Verein nehme sich aktiv den Themen, die durch den demografischen Wandel einer immer älteren Altersstruktur entstehen, an und engagiere sich hier weit über das übliche Maß hinaus. „Besonders beeindruckt hat die Jury, dass der Kreisseniorenrat klar aufzeigt, wie die Digitalisierung im Bereich von Altersassistenzsystemen gerade für ältere Menschen neue Chancen bietet“, erklärte Pfarrer Hinzen und fügte an: „Die Senioren können länger in ihrem gewohnten Umfeld leben und erhalten eine bessere gesundheitliche Versorgung.“ Es zeichne sich eine Wechselwirkung ab: Indem ältere Menschen moderne Technik nutzen, findet auch mehr Akzeptanz der neuen Technik statt.

 

Hinzen abschließend: „All das war Anlass genug für die Jury, die Initiative Gesundheit im Alter des Kreisseniorenrats mit dem Bürgerpreis Rems-Murr 2017 auszuzeichnen.“                                                                                    Jük/pm

 

 

 

Mi

21

Jun

2017

Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Kreisseniorenrates Rems-Murr e.V.

am Donnerstag, den 29. Juni 2017, Beginn 15.00 Uhr, im Casino der Kreissparkasse Waiblingen

Sehr geehrte Damen und Herren 

Hiermit laden wir sie recht herzlich zu unserer ordentlichen Mitgliederversammlung 2017 ein. 

 

Tagesordnung: 

 

TOP 01:  Musikalische Eröffnung durch die Saxofongruppe Reinhold Uhl 

TOP 02:  Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden 

TOP 03:  Grußworte 

TOP 04:  Musikstück der Saxofongruppe (Musikschule Unteres Remstal) 

TOP 05:  Referat „Kampf dem Herzinfarkt“ 

TOP 06:  Bericht der Vorstandschaft (2016/17) 

TOP 07:  Kassenbericht Wirtschaftsjahr 2016 

TOP 08:  Bericht der Kassenprüfer 

TOP 09:  Aussprache und Anregungen 

TOP 10:  Feststellung des Jahresabschlusses und Entlastung der Schatzmeisterin  

TOP 11:  Entlastung der Vorstandschaft 

TOP 12:  Genehmigung des Haushaltplanes 2017  

TOP 13:  Anträge (sind schriftlich bis spätestens 15. Juni 2017 an den Vorsitzenden zu richten). 

TOP 14:  Wahl des Wahlausschusses 

TOP 15: Neuwahlen für die Jahre 2017 bis 2020 

a. Vorsitzende/der  b. Zwei Stellvertreter/innen 

c. Schatzmeister/in  d. Schriftführer/in 

e. Pressereferent/in  f.  Kassenprüfer/innen 

 

TOP 17: Verabschiedung ausgeschiedener Vorstände und Beiräte 

TOP 18: Begrüßung neuer Vorstände und Beiräte 

TOP 19: Verabschiedung und Beendigung der Mitgliederversammlung 

 

Über ihr zahlreiches Erscheinen würden wir uns sehr freuen. 

Für die Bewirtung sorgt die Kreissparkasse Waiblingen. Herzlichen Dank dafür. 

 

Mit freundlichen Grüßen 

Heinz Weber 1. Vorsitzender 

 

P.S.: Wir bitten alle Mitglieder dringend um eine Zu- oder Absage per Email oder Telefon bis spätestens 24. Juni 2017. 

Mo

08

Mai

2017

ServicePlus – Qualifizierungsseminar der Kreishandwerkerschaft Rems-Murr

 

Der Kunde ist König. Und das soll er möglichst lange bleiben. Doch auch König Kunde wird älter und seine Bedürfnisse ändern sich. Auch die Kreishandwerkerschaft Rems-Murr  trägt dem Älterwerden der Gesellschaft Rechnung und bietet dafür gemeinsam mit dem Kreisseniorenrat Rems-Murr-Kreis Qualifizierungsseminare „ServicePlus“ an. Am Samstag, 29. April 2017, trafen sich Vertreter von 14 Handwerksbetrieben aus dem Rems-Murr-Kreis und 3 Betrieben aus dem Landkreis Esslingen in der Diakonie Stetten zu einer Grundschulung ServicePlus, um mehr über den Umgang mit älteren Menschen und Menschen mit Einschränkungen (Hilfsmittel, Wohnanpassung, Umbaumaßnahmen usw.) zu erfahren. 

Nach der Begrüßung durch den Kreishandwerksmeister Herbert Hofmaier für die Kreishandwerkerschaft Rems-Murr, der stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisseniorenrats Rems-Murr-Kreis Waltraud Bühl, der Moderatorin der Veranstaltung Jutta Kraak (Reutlingen) referierte Magdalene Lutz-Rolf, Ausbilderin und Einsatzleitung im Göppinger Seniorennetzwerk, über das Thema „Was verändert sich im Alter?“. Mit den Feststellungen „Alter kann man nicht mit Pflegebedürftigkeit gleichsetzen“ und „Der demografische Wandel ist nicht nur eine Chance, sondern auch eine Herausforderung, denn die Gruppe der Senioren hat eine hohe Kaufkraft und die Nachfrage nach Seniorenprodukten steigt stetig!“ begann sie ihren Vortrag. Andererseits werden Verhandlungen mit älteren Menschen – vor allem für Handwerker - oft erschwert durch: gesundheitliche Veränderungen (Demenz; Depression, Wahn), eingeschränkte Mobilität, verminderte Leistung der Sinnesorgane (Sehen, Hören, Tasten), geringere physische Belastbarkeit. All diese Merkmale erfordern ein besonderes „Verhältnis“ zu diesen Kunden. 

„Barrierefreies Bauen“ war das Thema der Referentin Jutta Kraak. Sie erläuterte zunächst, dass es immer mehr ältere Menschen und auch mehr Menschen mit Behinderung gibt. Diese alten und behinderten Menschen müssen am öffentlichen Leben teilnehmen können. „Es gibt nicht den genormten Behinderten“, betonte Jutta Kraak, die Ursachen der Behinderungen sind vielfältig: eingeschränkte Mobilität, Seh- und Hörbehinderung, geistige Behinderung, große und kleinwüchsige Menschen und andere. Für alle diese Behinderungen müssen bei Bau/Umbau einer Wohnung ganz spezielle Lösungen gefunden werden. Viele praktische Beispiele wurden aufgezeigt, über Finanzierungshilfen gesprochen. 

Waltraud Bühl sprach dann über ihre praktischen Erfahrungen als Wohnberaterin in Weinstadt, zeigte Vorgehensweisen auf und gab hilfreiche Tipps. Zusammen mit Karl Zahradnik (Wohnberater aus Münsingen) wurde auch über Finanzierungsmodelle diskutiert.  

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte der praktische Teil des Seminars. „Einschränkungen erleben und nachvollziehen, praktische Erfahrungen mit dem Alterssimulationsanzug und Rollstühlen“ hieß das Thema. Die Schulungsteilnehmer konnten sich durch Simulationsübungen selbst in die Lage versetzen, plötzlich körperlich nicht mehr fit zu sein. Begleitet wurde dieser Punkt von den Referenten Karlheinz Fries (Kreisseniorenrat Esslingen), Karl Zahradnik (Wohnberater Münsingen) und einem Referenten des Geriatrischen Zentrums Tübingen. 

Im Anschluss daran sprach Frank Epple (Rechtsanwalt aus Stuttgart) noch über rechtliche Aspekte von Betreuung, DIN-Normen bei der Wohnanpassung, Vertragsrecht.  

Am Ende durften Jutta Kraak und Carmen Aichele (Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft Rems-Murr) den Teilnehmern die Zertifikate ServicePlus überreichen. 

Carmen Aichele hatte diese Veranstaltung nicht nur hervorragend organisiert, sondern auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt. 

Die Liste der zertifizierten Handwerksbetriebe wird auf den Webseiten der Kreishandwerkerschaft Rems-Murr und des Kreisseniorenrats Rems-Murr-Kreis veröffentlicht.   

Do

23

Mär

2017

Vortrag: Kommunikation mit Menschen mit Demenz

Die Landfrauen Welzheim laden am Donnerstag, den 27.04.2017, zu einer Informationsveranstaltung mit dem Titel: »Kommunikation mit Menschen mit Demenz« in den Gasthof »Lamm« in Welzheim ein. Die Referentin, Monika Amann, Demenzfachberaterin im Rems-Muss-Kreis, wird anhand praktischer Beispiele aufzeigen, welche Bedeutung Kommunikation für Menschen mit Demenz hat und welche Möglichkeiten in der kommunikativen Begleitung vorhanden sind.

 

Veranstaltungsort: Gasthof Lamm, Gschwender Str.7, 73642 Welzheim

Uhrzeit: 19:00 Uhr; Ende: 21:00 Uhr

 

Die Veranstaltungen sind kostenfrei und öffentlich für alle Bürgerinnen und Bürger. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!