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    Podiumsdiskussion zu Kreistagswahl

    Bei der Podiumsdiskussion zur Kreistagswahl 2014 am 31. März 2014 nahmen folgende Personen teil:
    CDU = Herr Horst Reingruber
    SPD = Herr Martin Kaufmann
    FDP = Frau Gudrun Wilhelm
    Bündnis 90/Grüne = Herr Peter Höschele
    Frei Wähler = Herr Bodo Kern und Frau Ursula Bodamer

    Moderation = Martin Winterling (Waiblinger Kreiszeitung)


    Auf die offene Frage nach dem Stellenwert der Seniorenarbeit im Kreis ergänzt um die konkrete Frage warum es zum Beispiel einen Jugendausschuss aber keinen „Seniorenausschuss“ im Kreistag gibt, wurden die Podiumsteilnehmer aufgefordert ihre Position darzulegen. Peter Höschele, Grüne, meinte, dass Demografie nicht nur Alter sondern auch Jugend bedeutet. Mit seinem Hinweis auf die vielen Altenheime und sonstigen Einrichtungen sah er den Kreis auf einem guten Weg. Horst Reingruber, CDU vertritt die Auffassung, dass allein die Etatzahlen (160 Mio. Euro) für Soziales, Behinderte und Ältere eine klare Positionierung des Kreisrates ausweisen. Seinen Hinweis, dass der Kreisseniorenrat im  Kreispflegebeirat vertreten ist ergänzte er, dass er einen Ausbau für vorstellbar hält. Gudrun Wilhelm, FDP, hält die Mitgliedschaft (ohne Stimmrecht) im Sozialausschuss für ausreichend. Martin Kaufmann, SPD, kann sich als Einziger vorstellen einen Seniorenausschuss zu schaffen (es gibt ja sowieso schon viele Ausschüsse). Ihn besticht vor allem der Gedanke, dass ein Seniorenrat Gedanken von außen einbringt und den Stellenwert der Seniorenarbeit verbessert. Ursula Bodamer, Freie Wähler, begrüßt die Mitgliedschaft von Senioren im Sozialausschuss. Ihr Kollege Bodo Korn erwartet die kleinen Gemeinden als Leidtragende der demografischen Entwicklung, wenn die Strukturen wie ärztliche Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten und ÖPNV nicht stimmen. Bei 1,2 Mio. Euro freiwillige Leistungen des Kreises für Soziales setzt er sich für eine Erhöhung des Zuschusses für den Kreisseniorenrat ab 2015 ein.
    Kann der Kreis bei der Grundversorgung in den Gemeinden unterstützend tätig sein? Für die SPD sind Mobilitäts- und Verkehrskonzepte, die gemeinsam erarbeitet werden müssen in einem Flächenlandkreis sehr wichtig. Die CDU erwartet bei der hausärztlichen Versorgung eine Zentralisierung und hält die Errichtung von Gesundheitszentren für einen Innovationssprung. Im Übrigen könne der Kreis die Arztversorgung nicht steuern, wie auch die Entlohnung von Pflegepersonal. Für die Grünen ist der Hausarzt bisheriger Prägung ein Auslaufmodell. Auch weil weibliche Medizinerinnen hierfür wegen der Arbeitszeiten nicht zu begeistern sind. Es sollten deshalb auch „Bring-/Holdienste“ angedacht werden. Die Freien Wähler weisen darauf hin, dass Räumlichkeiten (zum Beispiel in Pflegeheimen) für Ärzte zu günstigen Konditionen sehr wichtig sind. 
    Die Feststellung aus dem Teilnehmerkreis, es gibt zu wenig sofort verfügbare Tagesplätze nach schneller Entlassung aus dem Krankenhaus, führte zu Aussagen, dass die Gemeinden mehr tun müssten, Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen offener gestaltet werden müssten, Sozialdienste beim Krankenhaus behilflich seien und Zielkonflikte Straßenbau versus Gesundheit aufgelöst werden müssten.
    Ein Zukunftskonzept für die geriatrische Versorgung wird angemahnt. Insbesondere die Krankenhausnachversorgung ist problematisch. Die Rehakliniken haben aber Finanzierungs-probleme.
    Der Kreisseniorenrat sollte Geriatrie zu seinem Thema machen. Auch der Kreistag muss beim Landtag aktiv werden. Die Kassen sind aufgefordert mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Im neuen Klinikum wird die Schaffung einer Hauptabteilung für die Geriatrie gefordert.
    Die Diskussion um den öffentlichen Nachverkehr nahm naturgemäß einen breiten Raum ein. Die Erhöhung bzw. Anpassung der Bahnsteighöhen an die eingesetzten Züge ist angegangen. Es wird um Verständnis geworben, dass dies nicht in kurzer Zeit abzuarbeiten sei. Der Wunsch auf eine bessere direktere Verbindung Backnang – Schorndorf machte die unterschiedlichen Auffassungen der Parteien hierzu deutlich. Für die CDU hat die Verbindung in Winnenden zum neuen Klinikum Vorrang während die FDP neue Linien bei vorhandenem Bedarf als möglich ansieht. Die Grünen sind grundsätzlich offen und bemerken, dass gut vernetzte Linien angenommen werden. Die SPD und die Freien Wähler würden Angebote schaffen und diese nach ausreichend langer Testzeit dauerhaft installieren oder einstellen.
    In seinem Schlusswort wünscht sich der Vorsitzende des Kreisseniorenrates Heinz Weber für die Zukunft ein Antragsrecht des Kreisseniorenrates im Kreistag und einen Vertreter des Kreistages im Kreisseniorenrat.

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